Mittwoch, 6. April 2011

Microsoft startet Streetside in Deutschland

Die nächsten Kameraautos kommen nach Deutschland: Nach Google Street View will nun Microsoft deutsche Straßen für seinen Kartendienst Streetside fotografieren. Erste Bilder sollen in wenigen Monaten online gehen.
Die Aufregung um Googles Kartendienst Street View hat sich kaum gelegt, nun legt Microsoft nach. Der Software-Spezialist bringt seinen Kartendienst Bing Maps Streetside nun auch in Deutschland an den Start. Ab dem 9. Mai werden Kameraautos zunächst in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Augsburg durch die Straßen fahren, kündigte Microsoft an. Die ersten Ansichten sollen voraussichtlich im Sommer online gestellt werden.

Microsoft will Aufregung vermeiden
Fehler von Google will das Unternehmen allerdings tunlichst vermeiden. „Wir haben uns mit den Befahrungen und der Markteinführung in Deutschland bewusst Zeit genommen, um vorher intensiv mit Branchenverbänden, politischen Vertretern und Datenschützern zu sprechen“, sagte Microsoft-Manager Severin Löffler.

Google hatte mit Street View nicht nur hierzulande unter Datenschützern eine Welle der Kritik ausgelöst. Nach heftigen Debatten um Geodienste machte das Internetunternehmen sukzessive Zugeständnisse in Sachen Datenschutz und richtete zum Beispiel eine Widerspruchsmöglichkeit für Bürger gegen die Abbildung des eigenen Hauses ein. Die Aufregung um den Rivalen hat Microsoft unterdessen genutzt, um einen besseren Start seines Dienstes vorzubereiten.

So ist das Unternehmen Mitunterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft, die auf der CeBIT in Hannover von Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer an den damaligen Innenminister Thomas de Maizière übergeben wurde. Darin ist ein Datenschutzkodex für Geodienste enthalten. „Der Kodex wird den Interessen der deutschen Konsumenten und der digitalen Wirtschaft gleichermaßen in vollem Umfang gerecht“, sagte Löffler.

 

3-D-Aufnahmen von Straßenzügen
Die Straßenaufnahmen werden auf Basis von Material des Kartenanbieters Navteq erstellt. Anders als bei Googles Street View will Microsoft mit spezieller Technologie auch 3-D-Aufnahmen erfassen. Anschließend sollen hunderte Bilder zu einem nahtlosen 3-D-Modell zusammengefasst werden. Damit sollen die Kartenansichten deutlich präziser sein. Den detaillierten Fahrplan der Kameraautos sowie ausführliche Informationen für Hausbesitzer, Mieter und Geschäftsinhaber will Microsoft ab Freitag im Netz veröffentlichen.

Quelle: www.focus.de

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